2.6.1 Duales Berufsbildungssystem beibehalten!

Unser duales Berufsbildungssystem verbindet in einmaliger Weise berufliche Praxis mit theoretischer Schulung und genießt dafür zu Recht hohe internationale Anerkennung. Die duale Ausbildung leistet einen Beitrag zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und sorgt für den Bestand an gut ausgebildeten Facharbeitern, Meistern und Technikern, den eine dynamische Volkswirtschaft braucht.

Wir dürfen diesen Schatz nicht auf dem Altar des EU-Regulierungswahns opfern!  Wenn wir uns den niedrigen europäischen Standards anpassen, wäre damit niemandem gedient. Eher sollten sich unsere europäischen Nachbarländer, die an hoher Jugendarbeitslosigkeit leiden, an uns orientieren. Wir fordern deshalb, das duale Berufsbildungssystem auf jeden Fall beizubehalten und weiterzuentwickeln.

Kommentar

Es ist bekannt, dass die AfD eine überaus
kritische Haltung hinsichtlich der EU einnimmt. Diese findet sich auch in der Formulierung »EU-Regulierungswahn-Altar« wieder. Was genau das heißen soll, wird allerdings nicht ausgeführt – zumal ein einheitliches EU-weites Bildungssystem nicht als wahnhaftes Projekt sondern als zukunftsweisende Bildungspolitik verstanden werden sollte.

Abgesehen davon versucht die AfD an dieser Stelle eine logische Verbindung von vermeintlich schlechter Ausbildung und Jugendarbeitslosigkeit zu ziehen. Wäre das der Fall, könnte diese durch Bildungsreformen behoben werden. Allerdings liegen die Ursachen von Problemen wie Arbeitslosigkeit nicht allein im Bildungssystem eines Landes und können auch nicht einzig auf dieser Ebene behoben werden. Da die AfD jedoch die Verantwortlichkeit für globale Probleme allein auf die jeweiligen Ländern abwälzen möchtem anstatt globale Ursachen und damit auch den Anteil der BRD in den Blick zu nehmen, ist es naheliegend, dass sie sich an jeder möglichen Stelle auf vereinfachende Problemdarstellungen zurückzieht und die Zusammenhänge zwischen staatlichen Missständen und globalen Ursachen verschweigt.