2.7.2 Habilitation erhalten – Juniorprofessur abschaffen!

Die Einführung der sog. Juniorprofessur kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Wissenschaftler erst dann den Reifegrad erreicht, der für die Lehrerlaubnis (venia legendi) notwendig ist, wenn er nach der Promotion eine zweite große Arbeit – die sog. Habilitation – vorgelegt hat. Wir fordern daher, die Habilitation zu erhalten und die Juniorprofessur abzuschaffen. Anstelle der Juniorprofessur sind in ausreichendem Umfang Assistentenstellen als Qualifikationsstellen zu schaffen.

Kommentare

Den Reifegrad von Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern hinsichtlich ihrer Lehrkompetenz an die Habilitation und damit an das Veröffentlichen einer zweiten großen Arbeit zu knüpfen, war lange Zeit akademischer Standard. In vielen Fachbereichen wird heute allerdings mehr Wert auf Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften gelegt als auf »das zweite Buch«. Es ist bereits möglich, sich kumulativ – also durch die Veröffentlichung mehrerer Artikel – zu habilitieren. Der Unterschied zwischen einer kumulativen Habilitation und einer Qualifikation durch Veröffentlichungen von Artikeln im Rahmen einer Juniorprofessur liegt hauptsächlich in der formalen Bestätigung der Forschungsleistung durch den Fachbereich und hat mit Lehrkompetenzen erst mal nichts zu tun. Darüber hinaus kommt es zu einer deutlichen Verbesserung des lehrbezogenen Qualifikationsnachweises in Form von praktischer Bewährung als Lehrkraft statt theoretischer Prüfung im Assistenzbereich.

Dass die AfD hier nichts als uninformierte und inhaltslose Kritik vorzubringen hat, zeigt einmal mehr, wie sehr dieser Partei daran gelegen ist tradierte Institutionen und althergebrachte Machtmechanismen aufrecht zu erhalten, unabhängig von ihrem tatsächlichen, gesamtgesellschaftlichen Nutzen.