2.7.4 Kein Promotionsrecht für Fachhochschulen!

Mit der Promotion wird der Nachweis erbracht, selbständig auf hohem theoretischem Niveau forschen zu können. Die Promotion dient der Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses. Fachhochschulen dagegen zielen auf eine praxisbezogene Ausbildung, die Berufsperspektiven in der Wirtschaft eröffnen soll. Fachhochschulen brauchen daher kein Promotionsrecht.  Lehrkräfte, die eine entsprechende Qualifikation aufweisen müssen, können von den Hochschulen rekrutiert werden.

Kommentar

Das Promotionsrecht wird durch den Staat nur an Universitäten – und gleichgestellte Hochschulen – verliehen. Daher kommt den gleichgestellten Hochschulen eine besondere Verantwortung für die Ausgestaltung des Promotionswesens zu. Die praktische Umsetzung der landesgesetzlichen Bestimmungen seitens der Hochschulen geschieht durch Promotionsordnungen, die das Promotionsverfahren (inkl. Zulassungsvoraussetzungen) regeln. Insofern gelten sowohl für Universitäten als auch Hochschulen die gleichen Bestimmungen hinsichtlich des Promotionsverfahrens sowie der Vermittlung der entsprechenden Qualifikationen.

Da Hochschulen eine weiterführende Bildungsoption für viele Menschen darstellen, die ihr Abitur nicht auf dem ersten Bildungsweg erhalten haben, würde das Absprechen des Promotionsrechtes für Hochschulen jenen Menschen die Chance auf Forschung und Lehre absprechen.

So zeigt sich hier erneut der elitäre und chauvinistische Standpunkt der AfD: Promotion, universitäre Forschung und Lehre nur für diejenigen, die den direkten, leistungsorientierten Weg wählen. Ausnahmen darf es nicht geben. Wer sich in der 8. oder 10. Klasse »falsch« entschieden hat, der hat eben Pech gehabt.