1.11 Gegen Früh- und Hypersexualisierung in Kindergarten und Schule

Sexualkundeunterricht muss mit der körperlichen und seelischen Entwicklung von Kindern Schritt halten. Sie darf nicht zu früh ansetzen sondern gehört in die Zeit der Pubertät.

Das gesellschaftspolitische Experiment der Gender-Ideologie  lehnen wir strikt ab, da es unserer Wertevorstellung entgegensteht.

Kommentar

Es bleibt nicht nur fraglich, was die AfD unter »Gender-Ideologie« versteht, sondern auch worin der Zusammenhang zwischen der Kritik an der Gleichberechtigung und sexueller Aufklärung besteht. Es liegt weder eine Auseinandersetzung mit Erkenntnissen und Strömungen der Geschlechterstudien oder Gleichstellungspolitik vor, noch wird überhaupt klar gemacht, worauf sich die AfD an dieser Stelle bezieht. Viel mehr drückt sich in der pauschalen Abwehr von Fragen der sexuellen Selbstbestimmung und Gleichberechtigung die rechtspopulistische Position der AfD aus: Durch die übermäßige Emotionalisierung des wichtigen Themas der sexuellen Aufklärung, wird die Sorge um die frühkindliche Entwicklung gezielt instrumentalisiert, um alle Menschen abzuwerten, die nicht in das Weltbild der AfD passen. Dabei bewirkt die offene Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, dass sich Kinder und Jugendliche angenommen fühlen – so wie sie sind – und Verständnis für ihre Mitmenschen entwickeln.

An dieser Stelle zeigt die AfD deutlich ihr eigentliches Verständnis von Gesellschaft: Die Aufklärung über und Sichtbarkeit von Menschen, die sich nicht in klassischen Geschlechterrollen wiederfinden, gleichgeschlechtlich lieben oder mit einem nicht eindeutigen Geschlecht geboren sind, haben darin keinen Platz. Gäbe es an dieser Stelle eine wirkliche Auseinandersetzung mit diesen Themen, wäre auch ein politischer Austausch möglich – Dialog scheint allerdings nicht auf der ideologischen Agenda der AfD verzeichnet zu sein.

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