1.7 Erweiterung des Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting

Kommentar

Am Ehegattensplitting festzuhalten, zeigt deutlich, dass die AfD weiterhin das Ein-Verdiener-Modell fördern will. Dieses Modell begünstigt, dass vor allem Frauen nicht oder nur in Teilzeit arbeiten gehen. Das ist generell erstmal nicht zu bewerten, jedoch führt dies oft zur finanziellen Abhängigkeit vom Partner und hält Frauen häufiger davon ab, eigene beruflichen Ziele zu verfolgen – weil es Nachteile im Geldbeutel der Eheleute bringen würde. Hinter dieser steuerlichen Regelung verbirgt sich einmal mehr ein sehr gestriges Familienbild. Zudem gibt es immer mehr Menschen, die auch unverheiratet Kinder aufziehen – und diese werden ebenfalls nicht vom Ehegattensplitting unterstützt.

Wir treten dafür ein, dass das Familieneinkommen steuerlich auf alle Familienmitglieder aufgeteilt und entsprechend versteuert wird. Dieses Steuermodell schafft einen weiteren Anreiz zur Familiengründung. Wir werden uns für eine entsprechende Gesetzesinitiative der Landesregierung über den Bundesrat einsetzen.  Das Ehegattensplitting als Besteuerung einer Erwerbs- und Wirtschaftsgemeinschaft soll nicht angetastet werden.

Kommentar

Die Forderung, das Ehegattensplitting um ein Familiensplitting zu erweitern, erscheint zunächst wie eine sinnvolle Reaktion auf diese Problematik. Jedoch lässt auch dieses Modell nicht den Großteil der Familien profitieren, denn es bevorzugt vor allem besserverdienende Familien. Parteien und Verbände diskutieren bereits unterschiedliche Vorschläge, dies zu verändern und die Steuerregelung sozialer zu machen. Trotz der »Alternative« im Namen, unterbreitet die AfD an dieser Stelle kein eigenes Konzept einer steuerrechtlichen Alternative. Zudem wird erneut verschwiegen, wer vom vorgestellten Familiensplitting profitieren soll: gutverdienende Familien mit traditioneller Arbeitsteilung.

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