1.2 Familienförderung und demografische Entwicklung

Wir sorgen uns darum, dass in Sachsen-Anhalt die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten übersteigt (negativer Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung). Dies liegt vor allem an der niedrigen Zahl von Geburten, die sich in der Fruchtbarkeitsrate von nur rund 1,4 Kindern pro Frau ausdrückt.

In Anbetracht der geringen Geburtenzahlen kann die bisherige Familienpolitik nur als gescheitert bezeichnet werden. Wir möchten junge Menschen wieder ermutigen, Familien zu gründen. Hierzu sind eine familienfreundlichere Politik  und eine Besserung des dahingehenden gesellschaftlichen Klimas Voraussetzung.

Kommentar

Die Forderung »family mainstreaming« (die Ausrichtung von Gesetzen auf Bedürfnisse von Familien) einzuführen, ist nicht neu, sondern findet sich schon seit Jahren in der politischen Debatte. Es ist an dieser Stelle besonders wichtig, das Familienbild der AfD in den Blick zu nehmen, auf dem vorgeschlagene Maßnahmen beruhen. Dieses Bild hat die AfD bereits in den vorherigen Paragraphen dargelegt: nur traditionelle Familien zählen und sollen berücksichtigt werden, nicht aber all die anderen Familienmodelle, die Verantwortung für Kinder übernehmen können und wollen. Anstatt Rückwärtsgewandtes zu fordern, sollte lieber eine wirkliche Wahlfreiheit bezüglich Familienplanung ermöglicht werden. Da hier jedoch weitere Erläuterungen zu diesem Vorschlag fehlen, bleibt dieser Punkt lediglich ein inhaltlich leerer Versuch, das gender mainstreaming (das gleichberechtigte Berücksichtigen der unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern in der Gesetzgebung) im Allgemeinen und die Emanzipation von Frauen im Speziellen abzuwerten.

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